Das Wichtigste in Kürze: Es gibt nicht das eine beste Preismodell, sondern den passenden Mix. Drop-in (Einzelstunde) senkt die Einstiegshürde, bringt aber schwankenden Umsatz. Die 10er-Karte ist der Mittelweg: Geld im Voraus, leichte Bindung, faire Flexibilität. Die Mitgliedschaft sorgt für planbaren, wiederkehrenden Umsatz und feste Bindung, schreckt aber Unentschlossene ab. Die meisten Studios fahren deshalb mehrere Modelle parallel – und verwalten Guthabenkarten digital, damit der Sitzungsstand für beide Seiten klar bleibt.

Was bedeuten Drop-in, 10er-Karte und Mitgliedschaft?

Bevor wir vergleichen, kurz die drei Begriffe, weil sie nicht überall gleich verwendet werden:

  • Drop-in: Die einzelne Stunde wird einzeln bezahlt. Keine Bindung, keine Vorauszahlung, höchste Flexibilität für die Teilnehmenden.
  • 10er-Karte (Guthabenkarte): Ein Paket aus mehreren Sitzungen wird im Voraus gekauft, meist günstiger als die Summe der Einzelstunden. Pro Besuch wird eine Sitzung abgezogen, oft mit einer Gültigkeitsdauer. Die „10er-Karte" ist dabei nur das bekannteste Beispiel: Du musst dich nicht auf zehn Sitzungen festlegen, sondern bestimmst Sitzungszahl und Preis frei – ob 5er, 10er, 20er oder Quartalskarte, ganz wie es zu deinem Angebot passt.
  • Mitgliedschaft: Ein wiederkehrender Beitrag (meist monatlich) für eine bestimmte Nutzung, etwa unbegrenzt teilnehmen oder eine feste Zahl an Stunden pro Monat.

Alle drei haben ihre Berechtigung. Die spannende Frage ist nicht „welches ist das beste?", sondern „welche Mischung passt zu meinem Angebot und meiner Kundschaft?".

Welches Preismodell passt zu wem?

Der folgende Vergleich konzentriert sich auf das, was im Studio-Alltag wirklich zählt: Bindung, Cashflow, Flexibilität und für wen sich das Modell eignet.

Kriterium Drop-in 10er-Karte Mitgliedschaft
Bindung Gering Mittel Hoch
Cashflow Schwankend, pro Besuch Im Voraus, in Schüben Planbar, wiederkehrend
Flexibilität für Teilnehmende Sehr hoch Hoch Eingeschränkt
Einstiegshürde Niedrig Mittel Höher
Verwaltungsaufwand Gering Mittel (Sitzungen zählen) Mittel (Abos, Kündigungen)
Passt gut für Laufkundschaft, Workshops, Probestunden Regelmäßige ohne Abo-Wunsch Treue Stammkundschaft

Wie wirken die Modelle auf Cashflow und Bindung?

Beim Drop-in fließt das Geld genau dann, wenn jemand kommt. Das ist ehrlich, aber unplanbar: In ruhigen Wochen merkst du es sofort. Bindung entsteht kaum, weil keine Vorab-Entscheidung getroffen wurde.

Die 10er-Karte verschiebt den Zahlungszeitpunkt nach vorn. Du bekommst zehn Stunden auf einmal bezahlt und hast danach planbare Besuche, ohne dass sich jemand langfristig festlegen muss. Psychologisch wirkt die Karte wie eine kleine Selbstverpflichtung: Wer schon bezahlt hat, kommt eher wieder.

Die Mitgliedschaft bringt den stabilsten Umsatz, weil er regelmäßig wiederkehrt. Das macht Planung leichter und Bindung stärker. Der Preis dafür: Die Einstiegshürde ist höher, und du übernimmst Verwaltung rund um Abos, Pausen und Kündigungen. Für eine treue Kerngruppe lohnt sich das, als einziges Modell schreckt es viele Neue ab.

Sollte ich die Modelle kombinieren?

In den meisten Studios lautet die Antwort: ja. Die drei Modelle sind keine Entweder-oder-Entscheidung, sondern Stufen eines Weges. Ein bewährter Aufbau sieht so aus:

  • Probestunde oder Drop-in als niedrigschwelliger Einstieg, damit Neue dich ohne Risiko ausprobieren.
  • 10er-Karte als Standard für alle, die regelmäßig kommen, sich aber nicht abonnieren wollen.
  • Mitgliedschaft für die treuesten Stammgäste, die ohnehin jede Woche da sind und vom besten Preis profitieren.

So holst du Menschen genau dort ab, wo sie stehen. Wichtig ist nur, dass dein Buchungssystem alle Modelle gleichzeitig abbilden kann, ohne dass die Verwaltung im Chaos endet. Wie du fortlaufende Kurse sauber aufsetzt, zeigt unser Leitfaden zu wiederkehrenden Kursen.

Faustregel

Drop-in gewinnt Neue, die 10er-Karte macht aus ihnen Regelmäßige, die Mitgliedschaft hält die Treuesten. Wer nur ein Modell anbietet, lässt fast immer eine dieser Gruppen liegen.

Wie verwaltest du Guthabenkarten digital?

Die 10er-Karte ist beliebt, aber genau sie wird zur Last, wenn du sie auf Papier oder in Excel führst. Wer hat noch wie viele Sitzungen? Wann läuft welche Karte ab? Wer hat im April schon eingelöst? Solche Fragen kosten Zeit und führen schnell zu Diskussionen.

Digital gelöst sieht es anders aus: Die Karte wird online gekauft, ist sofort einsetzbar, und bei jeder Buchung zieht das System automatisch eine Sitzung ab. Der Reststand ist für dich und die Teilnehmenden jederzeit sichtbar. Sagt jemand innerhalb der Stornofrist ab, lässt sich die Sitzung in der Regel wieder gutschreiben. Wie das konkret abläuft, beschreiben wir im Detail im Artikel 10er-Karten digital verkaufen.

Wichtig dabei: Du bist an kein festes Modell gebunden. Sitzungszahl, Preis und Gültigkeitsdauer jeder Karte legst du selbst fest. So kannst du genau die Pakete anbieten, die zu deinem Studio passen, von der kleinen 5er-Karte über die klassische 10er bis zur Quartalskarte.

Ein Praxisbeispiel

Stell dir ein kleines Yogastudio mit drei wöchentlichen Kursen vor. Am Anfang gab es nur Drop-in. Der Umsatz schwankte stark, und in den Ferien wurde es eng. Mit der Einführung einer 10er-Karte änderte sich zweierlei: Ein Teil des Umsatzes kam nun im Voraus herein, und die Karten-Kundschaft kam verlässlicher, weil sie schon bezahlt hatte. Für die Handvoll Teilnehmender, die ohnehin mehrmals pro Woche da waren, kam später eine Mitgliedschaft dazu, mit dem besten Stundenpreis als Belohnung für ihre Treue.

Das Ergebnis war kein Wundermodell, sondern eine ruhigere Planung: ein niedrigschwelliger Einstieg über Drop-in, ein verlässlicher Mittelbau über Karten und ein stabiler Sockel über Mitgliedschaften. Genau dieser gestufte Aufbau lässt sich auf viele Studios übertragen.

Wo hilft Casepoint bei den Preismodellen?

Casepoint bildet die drei Modelle in einem System ab. Guthabenkarten mit automatischem Sitzungs-Abzug, fortlaufende Kurse und die Buchung mit Zahlung über Stripe oder PayPal stecken im Premium-Tarif (49 Euro pro Monat). Drop-in-Buchungen und Erinnerungen funktionieren schon in den kleineren Tarifen. So kannst du klein starten und die Karten- und Kurslogik dann freischalten, wenn du sie wirklich brauchst.

Einen Überblick über alle Funktionen für Studios findest du auf der Seite Kurse & Angebote. Du kannst alle Premium-Funktionen 30 Tage kostenlos testen, ohne Kreditkarte.

Häufige Fragen zu Preismodellen für Kurse

Lohnt sich eine 10er-Karte?

Für die meisten Studios ja. Die 10er-Karte ist der Mittelweg zwischen Drop-in und Mitgliedschaft: Du bekommst das Geld im Voraus, und die Teilnehmenden binden sich, ohne ein dauerhaftes Abo eingehen zu müssen. Wichtig ist eine faire Gültigkeitsdauer und eine saubere digitale Verwaltung, damit der Sitzungsstand für beide Seiten klar ist.

Drop-in oder Mitgliedschaft – was ist besser?

Das hängt von deinem Angebot ab. Drop-in senkt die Einstiegshürde und passt zu Laufkundschaft, Workshops und Probestunden, bringt aber schwankenden Umsatz. Die Mitgliedschaft sorgt für planbaren Umsatz und feste Bindung, schreckt aber Unentschlossene ab. Viele Studios fahren deshalb beides parallel: Drop-in als Einstieg, Mitgliedschaft für Stammkundschaft.

Wie verkaufe ich Guthabenkarten online?

Du legst die Karten-Pakete mit frei wählbarer Sitzungszahl und frei wählbarem Preis in deinem Buchungssystem an, zum Beispiel als 5er, 10er oder Quartalskarte, und verbindest eine Zahlung über Stripe oder PayPal. Die Teilnehmenden kaufen die Karte direkt online, sie ist sofort einsetzbar, und bei jeder Buchung wird automatisch eine Sitzung abgezogen. So entfällt die handschriftliche Strichliste. In Casepoint ist das Teil des Premium-Tarifs.

Kann ich mehrere Preismodelle gleichzeitig anbieten?

Ja, und für viele Studios ist genau das der beste Weg. Ein typischer Mix ist: Drop-in als niedrigschwelliger Einstieg, die 10er-Karte als Standard für Regelmäßige und eine Mitgliedschaft für die treuesten Stammgäste. Wichtig ist, dass dein Buchungssystem alle Modelle parallel abbilden kann, ohne dass die Verwaltung unübersichtlich wird.

Wie funktioniert der Sitzungs-Abzug bei einer Guthabenkarte?

Bei einer digitalen Guthabenkarte ist eine feste Zahl an Sitzungen hinterlegt. Bucht jemand einen Kurs und löst die Karte ein, zieht das System automatisch eine Sitzung ab und zeigt den Reststand an. Wird innerhalb der Stornofrist abgesagt, lässt sich die Sitzung in der Regel wieder gutschreiben. So bleibt der Stand jederzeit nachvollziehbar, ohne Nachzählen.

Fazit

Das richtige Preismodell für Kurse ist selten ein einzelnes. Drop-in gewinnt Neue, die 10er-Karte macht aus ihnen Regelmäßige, und die Mitgliedschaft hält die Treuesten. Wer die drei Stufen kombiniert, holt mehr Menschen ab und verteilt das Umsatzrisiko besser.

Entscheidend ist am Ende weniger die perfekte Preisliste als die saubere Verwaltung dahinter: Wenn Karten digital laufen und Sitzungen sich von allein abziehen, kannst du ruhig mehrere Modelle anbieten, ohne im Verwaltungschaos zu landen.