Casepoint ist nicht in einem Startup entstanden. Es ist in einer Praxis entstanden. In unserer. Seit 2012 behandeln wir dort Menschen und Tiere, und die meiste Zeit davon haben wir unsere Termine so organisiert, wie es die allermeisten tun: mit dem Telefon.

Wie wir vorher gearbeitet haben

Alles lief telefonisch. Eine Bestätigung per Mail gab es nicht, denn dafür hätten wir die Mailadresse aufnehmen müssen, und das kostet am Telefon Zeit und produziert Fehler. Wenn Stress war, stand am Ende nur ein Name und eine Uhrzeit im Kalender.

Einen Termin verschieben war nicht vorgesehen. Und wenn jemand nicht kam, haben wir nicht nachgefragt. Es gab ja nichts, womit man hätte nachfragen können.

Wir haben das nicht als Problem empfunden. Es war halt so.

Der Freitag um halb sechs

Die Frage am Telefon war immer dieselbe: „Wann passt es Ihnen?" Und die Antwort oft: „Freitags ab 17:30."

Dann fing das Überlegen an. Eigentlich war da längst nichts mehr frei. Also rechnet man, ob es sich doch irgendwie ausgeht, verschiebt im Kopf den Termin davor, fragt zurück, schlägt etwas anderes vor. Ein paar Minuten pro Anruf. Mehrmals am Tag.

Der Fehler lag nicht bei den Patienten. Er lag darin, dass wir nie für uns selbst festgelegt hatten, wann wir überhaupt Zeit haben. Wir konnten uns schlicht nicht vorstellen, wie viel leichter alles wird, wenn man diese eine Frage einmal beantwortet und danach nie wieder.

Wochenplan mit Arbeitszeiten je Wochentag, daneben eingetragene Urlaube und Feiertage
Heute steht die Antwort hier: Wochenplan, Zeitfenster, Urlaube, Feiertage. Einmal hinterlegt, danach beantwortet die Buchungsseite die Frage von allein. Ansicht aus der öffentlichen Demo-Praxis.

Warum ich es selbst gebaut habe

Es gab keine Software, die all das konnte, was wir in der Praxis brauchten. Also haben wir das Thema jahrelang liegen lassen.

Was es nicht gibt, oder was mir nicht genügt, mache ich selbst. So war das in meinem Leben immer. Bei Casepoint war es genauso.

Die erste Version war für unsere eigene Praxis. Die Praxis Symphonie war nach 13 Jahren in Besigheim gerade neu in Weil der Stadt, und für eine neue Praxis war für mich klar: Service fängt nicht bei der Behandlung an. Er fängt davor an und hört danach nicht auf. Genau das bleibt bei Menschen hängen.

Seit mehreren Monaten läuft Casepoint bei uns im echten Betrieb. Die Buchungen kommen herein, ohne dass jemand zum Telefon greifen muss. Verschiebungen und Stornierungen gibt es natürlich auch. Das gehört dazu.

Was mich wirklich ärgert

Es fängt damit an, dass man bei manchen Buchungstools praktisch studiert haben muss, bevor man einen Termin bekommt. Schlimmer finde ich das Zusammenstückeln. Neulich habe ich einen Anbieter gesehen, bei dem man den Termin mit dem einen Tool bucht und mit einem zweiten bezahlt. Beides kostenlos, beides getrennt, beides für die Kundin umständlich.

Jeder will irgendwo sparen, das verstehe ich. Aber niemand würde seine Patienten in kostenlos überlassenen Räumen behandeln. In Räumen, die keine Privatsphäre bieten, mit Inventar, von dem die Hälfte kaputt ist. Bei Software machen wir es trotzdem und wundern uns, dass es nicht wertschätzend wirkt.

Ja, Casepoint kostet Geld. Dafür bekommt man etwas, das zusammenhängt und funktioniert. Und die Klientinnen und Klienten merken das. Nicht alle sagen es. Aber das Feedback, das mich bisher erreicht hat, war deutlich.

Lieber eine Stornierung als ein leerer Stuhl

Mir ist eine Stornierung viel lieber als jemand, der einfach nicht kommt. Wer storniert, gibt den Platz zurück, und der ist sofort wieder frei und für jemand anderen buchbar. Wer wegbleibt, nimmt die Stunde mit, die wir hätten vergeben können.

Deshalb ist der Stornolink in Casepoint kein Kleingedrucktes, sondern steht in jeder Bestätigung. Nicht, weil ich Absagen gut finde. Sondern weil eine frühe Absage für beide Seiten besser ist als ein leerer Stuhl.

Termin im Adminbereich mit den Schaltflächen Unterlagen senden, Verschieben, Als bezahlt markieren und Stornieren
Verschieben und Stornieren liegen gleichberechtigt neben allem anderen, einen Klick entfernt. Wer absagen will, soll das nicht erst erklären müssen. Ansicht aus der öffentlichen Demo-Praxis.

Was ich Besuchern nicht zumute

Ich wüsste schon gern, ob diese Seite ihre Arbeit macht. Aber nicht um jeden Preis.

Entweder jemand findet Casepoint gut und probiert es 30 Tage lang auf Herz und Nieren aus, ohne Kreditkarte, oder eben nicht. Dafür muss ich niemanden mit Cookie-Bannern, Werbepixeln und Einwilligungs-Dialogen verfolgen.

Auf den Buchungsseiten läuft deshalb kein Werbetracker. Das ist kein Feature, das ich mir ausgedacht habe, um es auf eine Liste zu schreiben. Ich will es selbst nicht, weder als Anbieter noch als Besucher.

Casepoint ist nicht fertig

Ich bin Perfektionist. Immer wenn mir im Alltag auffällt „Moment, das kann man doch auch einbauen", dann wird es gebaut. Ein Kursplatz, den man mit einem Klick per Mail verschenken kann. Urlaube und Feiertage blocken. Einzelne Kurstermine verschieben statt absagen. Teilnehmerlisten exportieren. Bewertungen einholen, ohne jemanden zweimal zu fragen.

Gutschein-Verwaltung in Casepoint: Wertgutschein anlegen, darunter ein Kurs-Komplettpaket als Gutschein
Ein Beispiel für „das kann man doch auch einbauen": ein komplettes Kurspaket über acht Termine als Gutschein, angelegt in einem Formular und direkt per Mail beim Beschenkten. Ohne zweites Tool, ohne Bastelei. Ansicht aus der öffentlichen Demo-Praxis.

Für unsere Praxis ist Casepoint perfekt. Fertig ist es nicht. Das ist kein Widerspruch, sondern der Punkt: Solange ich selbst jeden Tag damit arbeite, wird es weiter besser.

Wer ich bin

Roland Grünewald. Selbstständig bin ich seit 1997, lange vor der Praxis, damals mit IT für Praxen. Die eigene Praxis kam 2012 dazu: Seitdem behandeln wir Mensch und Tier, in Einzelterminen, Kursen, Workshops und Gruppenterminen. Casepoint ist der Punkt, an dem beides zusammenkommt.

Alleine bin ich dabei nicht. Im Hintergrund steht ein Mensch, der mir den Rücken stärkt und mich ermutigt, meine Schritte weiterzugehen. Meine Zauberfee.

Wenn du Fragen hast, schreib mir einfach. Ich antworte selbst.